Castor-Zug erreicht Bayern
Hoch radioaktive Atomabfälle sind 17 Stunden lang durch Deutschland gefahren worden. Am Nachmittag erreichte der Zug mit sieben Castor-Behältern den Bahnhof in Wörth an der Isar, gut drei Kilometer vom Zwischenlager in Niederaichbach entfernt. Dorthin sollte der Atommüll am Abend gebracht werden. Der Transport sei störungsfrei verlaufen, teilten Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und der Polizei mit.
Gestartet war der Zug am späten Mittwochabend im Hafen von Nordenham in Niedersachsen. Dorthin hatte ein Schiff die Castor-Behälter aus Großbritannien gebracht.
"Wir sind nicht glücklich über die Situation", sagte Niederaichbachs Bürgermeister Josef Klaus. Aber: "Es ist so, wie es ist." Die Menschen hätten sich damit abgefunden. "Wir hoffen halt nur (...), dass tatsächlich die Endlager-Suche zügig weitergeht", damit die Castoren in einem überschaubaren Zeitraum wieder abtransportiert werden könnten.
Schnellere Endlager-Suche gefordert
Entlang der Strecke veranstalteten Atomkraft-Gegner Kundgebungen und Mahnwachen. Die Landtags-Grünen, ÖDP, der Bund Naturschutz, Greenpeace und der Verein Ausgestrahlt kritisierten insbesondere die Unterbringung der Behälter in Zwischenlagern. Diese seien nicht mehr sicher genug, zumal die Laufzeiten länger dauern als ursprünglich geplant - ein Standort für ein Endlager ist noch nicht gefunden.

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Die Landtags-Grünen forderten die bayerische Staatsregierung auf, sich mit allen Mitteln für mehr Sicherheit für die Castorhallen einzusetzen und die Endlager-Suche voranzutreiben. "Denn die Zwischenlager, die ursprünglich für nur 40 Jahre geplant und genehmigt wurden, werden wohl mindestens 80 bis 100 Jahre oder noch länger gebraucht werden", sagte der energiepolitische Sprecher Martin Stümpfig. Damit stiegen auch die Gefahren, etwa von Terrorangriffen, da sich die Waffen in den letzten Jahren und Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt hätten.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze sagte: "Eine stockende Suche nach einem Endlager in der Tiefe verlängert die gefährliche Zwischenlagerung an der Oberfläche."
Zur Rücknahme des Atommülls verpflichtet
Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England aufgearbeitet wurden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zur Rücknahme der Atomabfälle völkerrechtlich verpflichtet. Aus der Aufarbeitungsanlage Sellafield müssen noch sieben weitere Castor-Behälter zurückgenommen werden, die in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zwischengelagert werden.
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