Bei der Darmspiegelung werden Frauen und Männer ab sofort gleich behandelt. Warum das so ist, was die Untersuchung bringt und wie man sich richtig darauf vorbereitet

Was ändert sich ab sofort für Frauen bei der Darmspiegelung?

Ab 1. April 2025 gelten in Deutschland gleiche Regeln für beide Geschlechter: Dann können auch Frauen schon im Alter von 50 Jahren eine Darmspiegelung (Koloskopie) auf Kassenkosten bekommen, statt wie bisher erst mit 55. Ab sofort zahlen die Kassen für alle ab 50 zwei Spiegelungen im Abstand von zehn Jahren – oder alternativ (wenn jemand keine Koloskopie möchte) alle zwei Jahre einen Test auf Blut im Stuhl.

Damit haben Frauen jetzt erstmals die gleichen Ansprüche auf Darmkrebsvorsorge wie Männer. Letztere wurden auch bisher schon ab 50 zur Koloskopie eingeladen, während Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahren nur einen jährlichen Test auf Blut im Stuhl machen konnten.

Wie läuft so eine Darmspiegelung ab?

Bei der Koloskopie liegt man auf der Seite, und es wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera vom After aus in den Dickdarm geschoben. Damit wird nach Tumoren oder Krebs-Vorstufen in der Darmwand gesucht. Durch den Schlauch lassen sich auch kleine Drahtschlingen oder Zangen einführen, sodass verdächtiges Gewebe direkt bei der Untersuchung entfernt werden kann. Normalerweise ist die Untersuchung etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft. In sehr seltenen Fällen können Komplikationen wie Blutungen auftreten. Wer große Angst vor der Spiegelung hat, kann vom Arzt ein Beruhigungsmittel oder eine leichte Dämmerschlaf-Narkose bekommen. 

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Muss ich mich auf die Untersuchung vorbereiten?

Für die Koloskopie muss der Darm komplett entleert sein. Schon Tage vorher sollte man daher auf schwer oder langsam Verdauliches wie Vollkornbrot verzichten. Für den Abend oder den Nachmittag vor der Spiegelung bekommt man vom Arzt außerdem ein Abführmittel, das starken Durchfall verursacht. Man sollte so oft zur Toilette gehen, bis man nur noch Wasser ausscheidet.

Warum gab es in Deutschland verschiedene Regeln für Frauen und Männer? 

Hintergrund für die bisherige Ungleichbehandlung waren Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI), die für Männer ein etwas höheres Darmkrebsrisiko auswiesen als für Frauen. Internationale Darmkrebsleitlinien empfehlen allerdings schon länger die gleiche Vorsorge für Mann und Frau. Denn auch bei Frauen steigt um den 50. Geburtstag das Risiko für Darmkrebs deutlich: Im Jahr 2022 erkrankten sieben von 100.000 Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren an Dickdarmkrebs, bei den 50- bis 54-Jährigen waren es jedoch schon 23. Zum Vergleich: Bei Männern steigt das Risiko in den gleichen Altersgruppen etwas stärker, nämlich von 8 auf 27 pro 100.000 Männer (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten/RKI).

Wie gut wird Krebs bei der Darmspiegelung erkannt?

Die Untersuchung gilt als wesentlich zuverlässiger als der Stuhltest: 95 von 100 Darmkrebserkrankungen werden laut Krebsinformationsdienst bei der Spiegelung gefunden. Nach neuen Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums können sogar viele Krebserkrankungen verhindert werden: Von 100 Darmkrebsfällen, die innerhalb von zehn Jahren zu erwarten wären, können 40 frühzeitig erkannt und weitere 34 verhindert werden, wenn bei der Spiegelung gutartige Wucherungen direkt entfernt werden, bevor sich daraus Darmkrebs entwickelt.

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