Es gehört zur wegweisenden Transferphilosophie von Eintracht Frankfurt, talentierte Spieler zu verpflichten und sie nach einer recht kurzen Verweildauer mit einem exorbitanten Gewinn wieder zu verkaufen. Randal Kolo Muani oder auch Omar Marmoush sind dafür Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Der Franzose kam im Sommer 2022 ablösefrei aus Nantes und wurde nach nur einer Saison und einem handfesten Streikeklat für 95 Millionen Euro an Paris Saint-Germain abgegeben. Äußerst hoch fiel auch der Gewinn beim Ägypter aus, der ebenfalls ohne Zahlung einer Transfersumme vor der Saison 2023/24 aus Wolfsburg geholt wurde und für eine Ablöse in Höhe von 75 Millionen Euro im zurückliegenden Winter zu Manchester City ging.

Der Unterschied: Marmoush hätten sie liebend gern noch länger bei der Eintracht gesehen. Als er den Kub verließ, lag er mit 15 Treffern hinter Bayern-Star Harry Kane auf Platz zwei der Bundesliga-Torschützenliste. Inzwischen ist er dort gemeinsam mit den beiden deutschen Nationalstürmern Jonathan Burkardt (Mainz 05) und Tim Kleindienst (Borussia Mönchengladbach) immer noch geteilter Dritter – obwohl beim 26 Jahre alten Angreifer natürlich kein weiterer Treffer mehr hinzukam.

Bis zu seinem Wechsel hatte Marmoush seine mit Abstand stärkste Halbserie gespielt – und diesen Trend setzt er nun nahtlos auch im Mutterland des Fußballs fort.

Einziger Lichtblick bei City

Am Mittwochabend traf er im Ligaspiel gegen Leicester zum 2:0-Endstand, es war bereits das sechste Tor für seinen neuen Arbeitgeber. Nach der Verletzung des Ex-Dortmunders Erling Haaland darf er den Alleinunterhalter in Citys Angriff spielen, was ihm sehr gelegen kommt.

So bleibt er auch nach seinem Transfer der Mann, der in dieser Saison noch immer mehr Scorerpunkte als absolvierte Spiele aufweist: Er kommt in 38 Einsätzen auf unfassbare 41 Torbeteiligungen (26 Treffer/15 Vorlagen) – und das in den beiden stärksten Ligen Europas. Im insgesamt recht enttäuschenden Team von Manchester, das bereits aus der Champions League geflogen ist und in der Premier League nur auf Rang vier steht, ist er einer der wenigen Lichtblicke.

Nun könnte der Zugang sogar noch die etwas in Mitleidenschaft gezogene Ära von Pep Guardiola in Manchester retten. Der Trainer jedenfalls weiß, was er am emsigen Ägypter hat: „Trotz seiner kurzen Zeit bei uns hat Marmoush ein gutes Offensivgefühl. Er ist sehr dynamisch und presst gut, ich bin mit seiner Leistung sehr zufrieden“, sagte der Spanier nach dem Erfolg über Leicester: „Wir hätten noch ein drittes Tor erzielen können, aber ich bin mit der Leistung zufrieden. Wir haben nie aufgegeben und bis zum Schluss Druck gemacht.“

Normalerweise bedeutet ein Ausfall wie der von Superstar Haaland, der allein in der Liga auf 21 Tore kommt, ja selbst für ein Weltklasse-Ensemble wie City eine erhebliche Schwächung. Aber weil sich Marmoush quasi in Rekordzeit in seiner neuen Wahlheimat eingewöhnt hat, kann er nun sogar den Norweger, der mit einer Knöchelverletzung noch sechs Wochen fehlen wird, im Sturm adäquat ersetzen.

In der Saison der Rekorde jedenfalls scheint für den 75-Millionen-Euro-Mann nichts unmöglich zu sein.

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